Das Glaukom

Das Glaukom ist charakterisiert durch einen fortschreitenden Verlust von Nervenfasern am Sehnervenkopf. Der Einfluss des Augeninnendrucks auf die Entstehung oder das Voranschreiten eines Glaukoms ist unbestritten. Die Regulation des Augendrucks erfolgt durch ein feines Gleichgewicht, zwischen ständiger Produktion und Abfluss des Augenkammerwassers.

In der nachfolgenden Animation ist der Kreislauf des Kammerwassers dargestellt. Vergrößern Sie das Bild, die Animation von INTERVOKE ist exzellent umgesetzt und zeigt alle Bereiche des Kammerwinkels im Auge plastisch auch zum Bewegen in dem Fenster. Das Kammerwasser wird im Ziliarkörperepithel gebildet und fließt zum größten Teil über den sogenannten Schlemmschen Kanal wieder aus dem Auge ab. Pro Minute wird ca. 1% des Kammerwassers umgesetzt.

 

 

Glaukomtöse Papillenexkavation
Glaukomtöse Papillenexkavation

Aktuell stellt die dauerhafte Reduktion des Augeninnendrucks auch den einzigen nachgewiesenen therapeutischen Ansatzpunkt in der Behandlung des Glaukoms dar.

 

Eine Augeninndruck-Senkung kann sowohl mit Medikamenten wie auch durch eine Operation erreicht werden. Die medikamentöse Behandlung wird in der Regel mit Hilfe von Augentropfen durchgeführt. Es gibt verschiedene augendrucksenkende Medikamente. Sie unterscheiden sich in ihren pharmakologischen Eigenschaften wie der Wirkungsdauer und -stärke, der Applikationshäufigkeit und in den Nebenwirkungen voneinander. Die am längsten eingesetzte Wirkstoffgruppe sind die Miotika.

 


Durch ein Zusammenziehen der Pupille wird der Kammerwinkel weit geöffnet und der Abfluss somit verbessert, weshalb diese Substanzen auch heute beim Winkelblockglaukom eingesetzt werden. In der Behandlung der anderen Glaukomformen spielen Miotika aufgrund des Nebenwirkungsprofils keine wesentliche Rolle.

Zu den Mitteln der ersten Wahl zählen heute die Prostaglandin-Analoga, die den Augeninnendruck durch eine Verbesserung des Kammerwasserabflusses senken. Nebenwirkung umfassen ein verstärktes Wimpernwachstum sowie eine Dunkelpigmentierung des äußeren und inneren Auges (Lider und Regenbogenhaut). Betarezeptorenblocker werden seit Jahrzehnten in der Glaukombehandlung eingesetzt und sind vielen Patienten aus Bluthochdrucktherapie bekannt, wo diese Substanzen in Tablettenform eingesetzt werden. Betarezeptorenblocker senken die Kammerwasserproduktion.

Generell nicht gegeben werden sollten Betablocker jedoch bei Asthma bronchiale und Herzerkrankungen, die mit niedriger Herzfrequenz einhergehen. Carboanhydrasehemmer senken wie die Betablocker die Kammerwasserproduktion. Häufig werden Kombinationspräparate mit Betablockern verwendet. Carboanhydrasehemmer werden zur Behandlung sehr hoher Augendruckwerte auch als Tabletten oder als Infusion eingesetzt. Sympathomimetika wirken drucksenkend sowohl durch eine Verbesserung des Kammerwasserabflusses als auch durch eine Verminderung der Kammerwasserproduktion. Wegen eines ungünstigeren Nebenwirkungsprofils sind sie keine Medikamente der ersten Wahl.

Sind medikamentöse Therapien ausgeschöpft, wird normalerweise ein operativer Eingriff notwendig, die Bandbreite der chirurgischen Operationstechniken ist groß. Es kann entweder eine Verbesserung des Abflusses von Kammerwasser aus dem Auge angestrebt werden oder man versucht die Produktion des Kammerwassers zu drosseln jeweils mit dem Ziel den Augeninnendruck zu senken.